Welche Ausrüstung ist zum Angeln in Bessaker die richtige.



Die meisten Angler die nach Norwegen kommen haben viel zu viel Angelruten und Köder dabei. Es ist ja oft so dass man denkt das man genau diese Rute oder den Köder in einer speziellen Situation braucht. Dann wird so viel ins Boot eingepackt das man sich kaum noch bewegen kann. Doch eigentlich kommt man locker mit der Hälfte aus. Ich habe zum Beispiel eine schwere und eine leichte Rute dabei, und die Köder passen bei mir in einen kleinen Eimer. Ein Gaff oder eine andere geeignete Landehilfe muss man natürlich auch dabei haben.



Die Angelruten:

 

Auf jeden Fall braucht man eine 30-50 lbs Bootsrute welche nicht zu lang sein sollte. Bei Längen um die 2m liegt Ihr richtig, denn bei zu langen Ruten werden Euch schnell die Arme lahm wenn´s mal so richtig beißt. Von Vorteil ist auch wenn das Griffstück oberhalb der Rolle länger ausfällt, und das Stück unterhalb etwas kürzer. So habt Ihr beim Drill einen viel besseren Hebel und müsst Euch nicht so abquälen.

 

Als zweites braucht Ihr eine Rute für die leichte Angelei im Flachwasser. Mit einer Gerätekombi wie man sie für´s Hechtangeln benutzt, lässt es sich gut Angeln. Zum Beispiel eine zweiteilige Rute mit 50-100 Gramm Wurfgewicht und einer Länge von 2,70m ist hier völlig ausreichend. Damit bekommt Ihr eigentlich alles ins Boot was in Mittelnorwegen Rumschwimmt, es sei denn Ihr habt einen wirklich großen Heilbutt an der Angel. Aber wie die Chancen dafür stehen ist ein anderes Thema.

 

Damit hat man schon fast alle Situationen abgedeckt. Alle anderen Ruten sind etwas für Spezialisten.

 

Wer Meerforelle fangen will, sollte eine leichtere Rute dabeihaben. Mit einer Rute von 30-50 Gramm Wurfgewicht und eine Länge von 3m liegt man richtig.

 

Bei den Tiefseefreaks die mit 2kg Blei Angeln wollen, gehört natürlich eine härtere Rute ins Boot. Hier muss schon eine 50 lbs Bootsrute dabei sein, auch hier sollte die Länge 2m nicht überschreiten. Leider fallen die härten der Ruten bei den verschiedenen Herstellern unterschiedlich aus. Lasst euch beim Kauf beraten und probiert verschiedene Modelle aus.



Die Rollen:

 

Bei den Rollen sollte man auf Qualität achten! Hier gilt wer billig Kauft, Kauft doppelt. Da gute Rollen wesentlich länger halten ist es auf lange Sicht billiger erst mal etwas mehr Geld auszugeben. Die Rollen müssen mit Salzwasser klarkommen, eine gute Bremse haben und es sollte genug Schnur draufpassen.

 

Als erstes braucht man eine Multirolle die mindestens 600m Schnur mit einem Durchmesser zwischen 0,25mm und 0,30mm fasst. Auch wenn (fast) niemand in so großen Tiefen angelt muss man folgendes bedenken. Wenn man zum Beispiel auf Rotbarsch in 200m tiefe angelt und ordentlich Strömung herrscht können schon mal über 300m im Wasser sein. Wenn die Schnur schon etwas älter ist, kann diese leichte Beschädigungen haben die man überhaupt nicht bemerkt. Bei einem Hänger am Grund sollte die Schnur eigentlich auch dort abreißen, bei einer beschädigten Schnur allerdings kann diese dann aber überall reißen. Wenn man Pech hat ist die Rolle dann nur noch halbvoll.

 

Für die leichte Angelei im Flachwasser ist eine Stationärrolle am besten geeignet. Auch wenn man nicht so tief angelt sollten diese Rollen bei einer Schnurstärke von ca. 0,20mm geflochtener Schnur, 200m bis 300m aufnehmen.

 

Bei den Meerforellenanglern reicht eine kleinere Stationärrolle mit einem Fassungsvermögen von 150m und einer Schnurstärke von 0,15mm bis 0,17mm.

 

Die Tiefseefraktion mit ihren schweren Bleien hat meistens größere Multirollen die 800m bis 1000m aufnehmen können. Bei den hohen Bleigewichten braucht man große und stabile Rollen, die natürlich voll bespult sein sollten. Die Schnurstärke sollte auch hier 0,25mm bis 0,30mm betragen.

 

Auch wenn in den meisten Fällen eine geringere Schnurstärke ausreichen würde, hat man bei einem Hänger weniger Köderverluste.



Die Köder:

 

Was die Köder betrifft so muss man nicht den halben Angelladen leerkaufen. Mit einem kleinen Sortiment kommt man in Norwegen schon sehr weit.

 

Wenn man im Flachwasser angelt sollten ein paar Pilker zwischen 50 und 100 Gramm in der Kiste liegen. Pilkergrößen zwischen 150 und 350 Gramm lasse ich links liegen. Wenn es etwas tiefer gehen soll benutze ich Pilker zwischen 400 und 500 Gramm. Und wenn wirklich mal sehr viel Strömung herrscht sollte man noch einen 700 Gramm Pilker an Bord haben. Ich greife gerne auf Farben zurück die Herringe imitieren.

 

Als Beifänger kommen bei mir ausschließlich Gummimakks in den Größen 9/0 bis 12/0 zum Einsatz. Und fast immer in der Farbe rot (ich meine das norwegische Rot, nicht das orangerote Zeug aus deutschen Angelläden). Ich habe zwar immer Schwarze und Weiße Makk´s dabei benutze sie aber so gut wie nie. Es ist noch wichtig zu erwähnen, niemals mehr als zwei Beifänger an´s Vorfach zu knoten, denn wenn große Seelachse in der nähe sind, oh oh! Die Vorfachstärke beträgt bei mir 1,2mm.

 

Sehr effektiv kann das Angeln mit Gummifisch sein. Oft benutze ich Größen von 16cm für´s Flachwasser, mit Bleiköpfen zwischen 20 und 40 Gramm. Auch diese "kleinen" Gummi´s fangen Regelmäßig große Fische. Wenn man selektiv auf Großfisch angeln möchte kann man 20cm+ Gummi´s benutzen, doch viel wichtiger als die Größe des Köders ist es am richtigen Platz zu angeln! An die großen Gummifische müssen selbstverständlich auch große Bleiköpfe, 100 bis 500 Gramm kommen hier zum Einsatz. Auch hier nehme ich oft natürliche Farben, doch sollte ein Firetiger nicht fehlen.

 

Nun zum Naturköderangeln. Dafür benötigt man ein paar Grundbleie von 500 bis 1000 Gramm, je nachdem wie tief man runter will. Ein paar Schlepprohre, etwas Leuchtschlauch und ein paar Haken der Größe 10/0 bis 12/0. Eine 1,2mm Schnur kommt am Vorfach zum Einsatz. Als Köderfisch benutze ich Seelachs. Fische von ca. einem halben Kilo schwimmen genug umher und sind schnell gefangen. Entweder man nimmt eine Filetseite als Köder, oder man hängt den ganzen Fisch dran. Wenn ich den ganzen Fisch nehme benutze ich ein Vorfach mit zwei Haken.

 

 Wenn man von jedem aufgelisteten Köder zwei bis drei Stück dabei hat ist das völlig ausreichend. Lässt man wirklich mal drei Stück von einer Sorte am Grund hängen kann man in Bessaker auch problemlos welche nachkaufen.



Die Kleinteile:

 

Hier ist es sehr wichtig nicht an der falschen Stelle zu sparen. Oft wechsle ich bei meinen Pilkern von vorn herein die Sprengringe und die Drillinge. Wirbel, Karabiner, Sprengringe und Haken sollten von sehr guter Qualität sein! Nichts ist schlimmer als einen großen Fisch zu verlieren weil der Sprengring oder der Karabiner aufgebogen ist!